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Als Kompany entschied, den HSV zu verlassen: "Ich war so sauer"

kicker

Sieben Jahre lang hat der Hamburger SV darauf warten müssen, mal wieder in der Bundesliga anzutreten. Das Gastspiel beim FC Bayern zählt möglicherweise nicht zu den am sehnlichsten erwarteten Auftritten, aber es muss nun mal stattfinden - was sich aus Sicht des Aufsteigers in den letzten Jahren schlicht nicht anders formulieren ließ.

Neunmal in Folge ging der HSV in München gänzlich leer aus, allein in den letzten acht Partien erzielten die Bayern dabei durchschnittlich 6,25 Tore pro Partie. Dreimal kassierten die Hamburger sogar mindestens acht Gegentreffer vom deutschen Rekordmeister, der unter Trainer Vincent Kompany übrigens noch keines seiner neun Topspiele am Samstagabend verloren hat.

Zahlen, die den Bayern Mut machen, dabei ist es ausgerechnet der jetzige FCB-Trainer, der mit seiner HSV-Vergangenheit zumindest ein bisschen glänzen kann. Kompany blieb als Spieler nämlich in zwei Bundesliga-Partien gegen Bayern ungeschlagen. Und als die Hamburger letztmals was Zählbares aus der Allianz-Arena mitnahmen (15. August 2008, 2:2), absolvierte Kompany das letzte Bundesliga-Spiel seiner Karriere, ehe er nach Manchester weiterzog.

„Nach diesem Spiel habe ich im Hilton am Flughafen gesagt: 'Ich muss was anderes machen.'“ (Kompany über jenes letzte Bundesliga-Spiel in München)

Dem Belgier hängt der Bundesliga-Auftakt im Sommer 2008 sehr wohl noch im Gedächtnis. "Ich habe nach diesem Spiel entschieden, dass ich weg will", sagte der Bayern-Trainer am Freitag unumwunden und trotzdem lächelnd. "Das hatte nichts zu tun mit dem HSV, aber mir wurde was versprochen ..."

Kompany hatte damals eigentlich mit der belgischen Auswahl das Halbfinale beim olympischen Fußballturnier in China spielen wollen, bis ihn der HSV kurzerhand zurückholte - und Trainer Martin Jol ihn in München trotzdem auf die Bank setzte. "Ich war so sauer", rekapituliert Kompany. "Da habe ich gesagt: Das geht nicht. Mein Land spielt im Halbfinale bei Olympia … Und ich darf nicht spielen."

Kompanys Wechsel zu Manchester City: "Keine schlechte Wahl"

"Inakzeptabel" findet der ehemalige Verteidiger das Verhalten auch heute noch. "Aber es gab nur eine Person im Verein, die dafür gesorgt hat. Nach diesem Spiel habe ich im Hilton am Flughafen gesagt: Ich muss was anderes machen." Kompanys Vater hatte noch versucht, seinen Sohn zu beruhigen und einen Abschied zu verhindern. "Ich weiß, dass es ein super Verein ist", antwortete der Filius. "Aber aus Prinzip bin ich weg."

Genau eine Woche später wechselte Kompany für 10,5 Millionen Euro vom HSV zu Manchester City und gewann als Kapitän vier englische Meisterschaften. "Ich habe keine schlechte Wahl getroffen."

Dankbar ist er dem HSV trotzdem, obwohl die dreijährige Zusammenarbeit etwas unrund endete - und nicht immer alles nach Plan lief. Ein Achillessehnenriss bremste das Talent zwischendurch lange aus, dann verstarb Mutter Joseline, und Schwester Christel erkrankte an Krebs. "Persönlich war das alles nicht einfach", sagt er heute. "Trotzdem habe ich viele Freunde gefunden. Die Verbindung wird immer bleiben."