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Amiris Ärger: "Jeder, der sich mit Fußball auskennt, weiß, dass es ein Elfmeter ist"

kicker

"Bezogen auf die zweite Hälfte, gab es nur eine Mannschaft, die den Sieg verdient hätte - und das war Mainz", sagte VfL-Coach Paul Simonis bei DAZN nach dem 1:1 gegen die Mainzer, die "viel besser und aggressiver" waren, "Duelle gewannen und uns dominiert haben." Der Niederländer verwies dabei auch darauf, dass der eigene Matchplan nicht aufgegangen sei. "Wir wollten variabel sein, auch mal einen langen Ball spielen, wenn es nötig ist."

Doch es kam anders, weil die 05er immer wieder zu Ballgewinnen kamen und den VfL stark einschränkten. "Die Mainzer haben auf der rechten Seite überlagert und haben es uns schwer gemacht. Und wir haben keinen Zugriff bekommen", fasste Dzenan Pejcinovic zusammen, während Simonis anmerkte, dass es die "bislang schlechteste zweite Hälfte" unter seiner Führung gewesen sei und forderte: "Ich hoffe, dass wir das in den kommenden Spielen besser machen können."

Auch für FSV-Coach Bo Henriksen war klar, dass sein Team "die klar bessere Mannschaft" war, während Torhüter Robin Zentner zwar zugab, dass es "nicht das temporeichste Spiel" war, man aber gesehen habe, "dass wir mehr auf Sieg gehen. Wir können mit dem Punkt leben und nehmen ihn mit." Henriksen betonte, wie stolz er auf seine Schützlinge sei, die nach "fünf Spielen in 13 Tagen diese Leistung" gezeigt haben.

„Ich habe mir mehr von Wolfsburg erwartet“ (Nadiem Amiri)

Nadiem Amiri hätte sich indes mehr gewünscht und zeigte sich zugleich überrascht von den harmlosen Wölfen. "Ich habe mir mehr von Wolfsburg erwartet", sagte der 28-Jährige und führte aus: "Ich dachte, die werden gegen uns angehen. Aber wir waren über 90 Minuten definitiv die bessere Mannschaft. Wir hätten es verdient, zu gewinnen. Umso glücklicher ist, dass wir wenigstens den Punkt mitgenommen haben."

Amiri versteht Schiedsrichter-Entscheidung nicht

Am Ende dürften die Rheinhessen dennoch "stolz sein", gerade mit Blick auf die zahlreichen Spieler der vergangenen zwei Wochen. "Wir sind in jedem Wettbewerb geblieben", betonte Amiri und verwies auch darauf, dass man etwa beim 0:1 zum Ligastart gegen Köln "erst in der Nachspielzeit das Tor bekommen" habe und dass es auch diesmal hätte anders laufen können, wenn Vinicius Souzas vermeintliches Handspiel in der sechsten Minute geahndet worden wäre.

Der Brasilianer hatte im Luftkampf mit Stefan Bell den Ball mit der rechten Schulter geklärt, wobei die Bilder die Interpretation zulassen, dass es vielleicht doch der Oberarm war. Schiedsrichter Sören Storks stand gut und ließ weiterspielen. Zum Unverständnis von Amiri. "Das ist doch Elfmeter", stellte der Nationalspieler nach Sichtung der Bilder fest und wunderte sich: "Wenn ein Spieler so mit dem Arm hingeht - hä? Ich versteh es nicht."

Eigentlich wollte er sich "nicht beklagen", da man im Fußball "nie einer Meinung sein" werde, weil es "jede Woche und in jedem Spiel irgendwelche Fehler" gebe, auch wertete er die allgemeine Leistung des Schiedsrichters als Okay, um diesen dann doch zu kritisieren. "Ich will jetzt nicht gegen den Schiri schießen, aber jeder, der sich mit Fußball auskennt, weiß, dass es ein Elfmeter ist."

„Er muss 25 machen“ (Bo Henriksen scherzhaft über die erwarteten Saisontore von Nadiem Amiri)

Einen Handelfmeter gab es am Ende dann aber doch - und zwar den, der zum 1:1-Endstand geführt hat. Amiri verwandelte souverän und gab zu, dass es auch für ihn keine leichte Situation war. "Es war viel Druck auf dem Kessel", sagte der Mittelfeldspieler und meinte mit Blick auf seine Fitness zu besagtem Zeitpunkt, dass er "tot" gewesen sei. "Ich musste meine ganzen Kräfte in mich reinsaugen und stabil bleiben. Ich mag so Eins-gegen-eins-Duelle und Gott sei Dank konnte ich helfen."

Für Amiri war es wettbewerbsübergreifend bereits der vierte Treffer. Damit ist er aktuell der torgefährlichste Mainzer. Nach dem Abgang von Johnny Burkardt zu Eintracht Frankfurt sei es aktuell nunmal so, dass "mehrere Spieler jetzt die Tore auf" ihre Schultern verteilen müssten, meinte Amiri. Auf die Frage, ob Amiri in dieser Saison die 18 Tore von Burkardt kompensieren könne, antwortete Henriksen dann aber scherzhaft, dass er mehr erwartet. "Er muss 25 machen, weil er letztes Jahr auch sieben gemacht hat. Und dann noch die 18 von Johnny."