Es war ein unterhaltsames und spannendes Elbe-Duell, das sich der 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden am Samstagabend geliefert haben. Den Sieg trug die SGD davon, die im zweiten Rückrunden-Spiel ihren zweiten Sieg (2:1) feierte.
Abseits des Sportlichen wurde das Spiel allerdings von Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des Heimvereins und der Polizei überschattet. Den Angaben zufolge wurden die Beamten mit Pyrotechnik beschossen. Auch Absperrgitter, Steine, ein Gullydeckel und Gehwegplatten sollen als Wurfgeschosse und Waffen eingesetzt worden sein. Dabei wurden 64 Polizisten verletzt, wie das Innenministerium von Sachsen-Anhalt mitteilte. 17 Einsatzkräfte mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden, so die Polizei. Betroffen waren offiziell nur Polizisten aus Sachsen-Anhalt; wie üblich hinzugezogene Kräfte aus anderen Bundesländern oder der Bundespolizei blieben unversehrt.
"Mit einem Gullydeckel und Gehwegplatten auf Polizisten einzuschlagen, ist nichts anderes als brutale Gewalt", betonte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU).
Über die Anzahl weiterer verletzter Personen, etwa aus Fan-Kreisen, ist bislang nichts bekannt.
Auf Videos ist zu sehen, wie sich eine große Personengruppe unterhalb einer Stadiontribüne mit Polizeikräften auseinandersetzt. Was die Auseinandersetzungen ausgelöst hat, ist noch unklar. Polizeiangaben zufolge sollen Anhänger des 1. FC Magdeburg versucht haben, in Richtung Gästeblock vorzudringen. Um ein Aufeinandertreffen von Heim- und Gäste-Fans, die traditionell verfeindet sind, zu verhindern, griff die Polizei ein und wurde daraufhin angegriffen. Eine Ermittlungsgruppe soll nun den Vorfall aufklären und die Täter ermitteln.
Der 1. FC Magdeburg äußerte sich am Sonntag. Man verurteile "die Vorkommnisse ausdrücklich und stellt klar, dass Gewalt in jeglicher Form im Fußball keinen Platz hat. Sie widerspricht den Werten des 1. FC Magdeburg ebenso wie dem Selbstverständnis des deutschen Fußballs insgesamt." Der Verein stehe mit seiner Fanbetreuung und Sicherheitsbeauftragten in Kontakt.