Zunächst musste sich Edin Dzeko gedulden. Der 39-jährige Winterzugang vom FC Schalke 04 war zuletzt angeschlagen gewesen und nahm deshalb in seinem ersten Spiel als Schalker erst mal auf der Bank Platz. Anschließend musste er auch noch zusehen, wie seine neue Mannschaft zuhause gegen Kaiserslautern in Rückstand geriet: erst 0:1, dann, als Dzeko bereits eingewechselt worden war, sogar 0:2.
Das Debüt des namhaften Wintertransfers schien zu misslingen. Doch dann trat Dzeko selbst in Aktion. Eine starke Ballannahme per Brust, ein präziser Abschluss - und schon stand es nur noch 1:2. Weil drei Minuten später Kenan Karaman auch noch den Ausgleich für Schalke erzielte, sprang am Ende ein Punkt für die Knappen raus - und ein gelungener Einstand für Dzeko.
Mit seinem Treffer trug sich der Bosnier direkt in die Geschichtsbücher ein: Mit 39 Jahren, 10 Monaten und 8 Tagen ist er der zweitälteste Debütant und der älteste Torschütze in der Geschichte der eingleisigen 2. Liga. "Auch mit 39, wenn man ein bisschen älter ist, vergisst man nicht, wie man Tore schießt", stellte der Stürmer nach der Partie bei Sky fest - auch wenn er mittlerweile "ein bisschen langsamer" als der junge Dzeko sei.
Dzeko: "Ich habe nicht aufs Geld geguckt"
Schalke-Trainer Miron Muslic lobte seinen neuen Stürmer: "Edin bringt uns zurück ins Spiel mit dieser Edin-Klassik-Situation. Er bringt das ganze Stadion noch mal zurück, bringt die Hoffnung noch mal zurück." Eigentlich habe er gegen Lautern nur 15 Minuten mit Dzeko geplant, eingewechselt hat er ihn dann aber doch schon in der 67. Minute. "Wir haben ihn heute gebraucht."
Dzeko trat aber nicht nur als Torschütze in Erscheinung. Mit ihm kam offensiver Schwung in die Schalker Mannschaft, er war Antreiber und Fixpunkt. Muslic sagte: "Das sind Dinge, die uns in den letzten sieben Monaten gefehlt haben: ein Target-Player, der Bälle behaupten und sich durchsetzen kann. Das haben wir jetzt mit Edin."
Für Dzeko ist es eine Rückkehr in den deutschen Fußball: 2010 verließ er den VfL Wolfsburg als Meister und Torschützenkönig und zog in die weite Welt des Fußballs aus. Lange ist's her. Die Stimmung auf Schalke, die er damals als Gegner erlebte, ist ihm jedoch in Erinnerung geblieben: "Während meiner Zeit in Deutschland war es immer geil, in diesem Stadion mit diesem Publikum zu spielen. Von Beginn an wollte ich ehrlich hierherkommen." Der Stürmer stellt klar: "Ich habe nicht aufs Geld geguckt, sondern wollte einfach nur vor diesem geilen Publikum spielen und dieser Mannschaft helfen."
Baumann: Ljubicic am Montag beim Medizincheck
Bei aller Euphorie dürfte den Schalkern klar sein: Dzeko allein wird nicht für den Aufstieg sorgen. Angesichts der dünnen Personaldecke wollen die Verantwortlichen noch nachlegen auf dem Transfermarkt. Der nächste geplante Zugang heißt Dejan Ljubicic: Der einstige Kölner war beim Spiel gegen Kaiserslautern bereits als Zuschauer im Stadion. Frank Baumann, Vorstand Sport der Schalker, bestätigte die Anstrengungen, den Transfer zeitnah über die Bühne bringen zu wollen: "Morgen steht der Medizincheck an, danach können wir die Unterschriften leisten, denke ich. Und ab Mittwoch wird er dann wahrscheinlich auf dem Trainingsplatz stehen."