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Dortmunds Probleme in Breite und Spitze

kicker

Ende November war die Champions-League-Welt bei Borussia Dortmund noch in Ordnung. Nach dem 4:0-Sieg gegen den FC Villarreal am fünften Spieltag dieser epochalen Liga-Phase stand der BVB auf Rang 6 von 36, hatte sein Ticket für die Play-offs mit zehn Punkten quasi sicher und schnupperte am direkten Achtelfinal-Einzug.

Zwei Monate später war die Laune nach einem Heimspiel deutlich schlechter. Die blutarme 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand reihte sich als dritter enttäuschender Auftritt in Serie in der Königsklasse ein, zu den zehn Zählern kam nur noch einer beim 2:2 gegen Bodö/Glimt hinzu, statt zwei vollen Trainingswochen im Februar geht es in die Play-offs - und da hat der BVB aufgrund des Abrutschens auf Platz 17 noch nicht einmal Heimrecht im entscheidenden Rückspiel.

Die Partie gegen die abgezockten Italiener bewies nach dem Totalausfall bei Tottenham Hotspur zwei Wochen zuvor erneut, dass es aktuell nicht für das allerhöchste Niveau reicht, es fehlten gegen Inter offensive Durchschlagskraft, Tempo, Kreativität und Tiefe im Spiel. "Zu wenige klare Torchance" bemängelte Nico Schlotterbeck und stellte etwas ernüchtert fest: "Wir haben zu wenig nach vorne gespielt."

Und wenn, dann eben nicht gut. Das klägliche Auslassen der allerbesten und einzigen Chance von Serhou Guirassy in der Anfangsphase war da sinnbildlich. Der immer glücklosere Guineer schob Inter-Keeper Yann Sommer den Ball in die Arme, statt sich völlig unbedrängt aus Nahdistanz eine Ecke auszusuchen. "Natürlich hätte er die Chance in der letzten Saison reingemacht", erkannte auch Trainer Niko Kovac.

Der konnte im Angriff zumindest nachlegen, bei einem Wechsel in der lange stabilen Defensive hätte Dortmunds Coach am Mittwoch mehr Probleme bekommen. Neben dem auch eher stürmisch veranlagten Rechtsverteidiger Yan Couto saßen nur Offensivspieler auf der Bank, auf der ohne einige Ausfälle und den kurzfristig fehlenden Waldemar Anton (Infekt) viele Plätze freiblieben.

Entwarnung bei Schlotterbeck und Mane

So kam auch Filippo Mane überraschend zu seinem Startelf-Comeback. Der Youngster hatte zuletzt am 1. Bundesliga-Spieltag beim FC St. Pauli von Beginn an gespielt, bei seinem Champions-League-Debüt kämpfte er sich ins Spiel, hatte gute Aktionen, zeigte vor allem im Timing aber auch immer wieder, dass ihm aktuell Spielpraxis fehlt.

Die könnte er in naher Zukunft bekommen, denn derzeit sind die Reihen in der Dortmunder Defensive arg ausgedünnt. Aaron Anselmino musste abgegeben werden, Niklas Süle fehlte wegen Rückenproblemen, Daniel Svensson gegen Inter gesperrt. Als dann auch noch Nico Schlotterbeck behandelt werden musste und Mane angeschlagen den Platz verließ, drohte ein ähnliches Szenario wie zu Beginn der Saison, als neben Anton und dem etatmäßigen Linksverteidiger Ramy Bensebaini alle zentralen Abwehrspieler ausfielen.

Immerhin: Am Mittwoch gab es vorerst Entwarnung. "Filippo hatte zum Schluss einen Krampf", erklärte Kovac. Und bei Schlotterbeck bewahrheitete sich dessen erste Sorge nicht. "Er hatte etwas in der Kniekehle gemerkt und zuerst gedacht, dass es mehr ist", berichtet der Coach und atmete durch: "Dass er durchspielen konnte, bedeutet, es ist nichts kaputtgegangen."

Da Svensson und möglicherweise auch Süle und Anton bis zum Sonntag zurückkehren, wird der BVB sehr wahrscheinlich auch nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig. "Am Wochenende wird der Kader wieder deutlich größer aussehen", blickte Sportdirektor Sebastian Kehl voraus: "Wir sind breit genug aufgestellt und vertrauen darauf, dass wir mit diesen Spielern unsere Ziele erreichen können."