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Drei Spiele zu den Top 3: Sirchs bemerkenswerte Serie

kicker

45 Startelfeinsätze in Serie - Luca Sirch ist die feste Größe bei den Pfälzern und muss sich im Ligavergleich nur hinter Marvin Wanitzek einreihen. Der Karlsruher steht seit inzwischen 70 Spielen stets in der ersten Elf und führt das Ranking der aktuellen Feldspieler damit klar an. Während der KSC-Kapitän aber schon über 200 Spiele in der Liga absolviert hat, ist Sirch im Vergleich noch Jungprofi.

Sirchs Weg in den Profifußball verläuft alles andere als geradlinig. Vor etwas mehr als anderthalb Jahren kickt der inzwischen 26-Jährige noch für Lok Leipzig in der Regionalliga. Der Wechsel zwei Klassen höher startet erst mal holprig, Sirch muss sich in der 2. Mannschaft der Pfälzer beweisen - und macht das konsequent. "Er hat diese Spiele nicht abgelehnt, sondern sie genutzt und sich so in die Bücher der Trainer geschrieben", erklärt Trainer Torsten Lieberknecht. Genau dieses Selbstverständnis, erst Leistung, dann Erwartung, prägt Sirchs Profil bis heute.

Gegen Paderborn nimmt alles seinen Lauf

Gegen Elversberg (0:1) gibt Sirch am 5. Oktober 2024 seine Premiere als Joker. Beim nächsten Spiel, am 19. Oktober 2024, steht der Allrounder erstmals in der Startelf und belohnt sich beim 3:0 über Paderborn direkt mit seinem ersten Treffer. Die 45-Spiele-Serie beginnt an diesem Tag. Dass sie mit dem ersten Startelfeinsatz überhaupt in der 2. Liga ihren Anfang nimmt, macht sie so besonders. Noch ist die Serie nicht historisch. Vor Sirch gelang es schon acht Spielern seit Einführung der eingleisigen 2. Liga 1982, sich direkt nach ihrem Debüt noch länger dauerhaft in der ersten Elf zu halten.

Doch Sirch könnte in den nächsten Wochen kräftig aufholen. Noch drei Startelfeinsätze nacheinander und der gebürtige Augsburger sichert sich den geteilten Rang 3 in diesem Ranking, das Karl Rohr anführt. Zwischen August 1982 und Mai 1984 spielt der 76-mal nacheinander für den FC Remscheid. Wobei es bei ihm kein klassisches Debüt war. Der Start seiner Serie fällt mit dem der eingleisigen Liga zusammen. Die längste Serie ohne diesen Sondereffekt gehört Srecko Bogdan mit 55 Spielen zwischen August 1985 und November 1986 für den Karlsruher SC.

Die Bundesliga ruft

Platz 2 ist also auch in greifbarer Nähe. Für die Spitze wird es für Sirch aber wohl (nicht mehr) reichen. Längst hat er sich in den Fokus der Konkurrenz gespielt und gilt als potenzieller Bundesligaspieler - zumal sein aktueller Vertrag am 30. Juni beim FCK ausläuft. Seine Verlässlichkeit und Anpassungsfähigkeit, vom Innenverteidiger bis zum Spielmacher im Grunde jede Position spielen zu können, hat Seltenheitswert. Für einen Verteidiger, den er beim FCK gibt, hat Sirch einen besonders hohen Offensivdrang und Stärken im Aufbauspiel.

„Er ist ein Spieler, den ich ungern nicht in meiner Mannschaft hätte.“ (Torsten Lieberknecht)

Das schätzt auch Lieberknecht: "Was er sich jetzt erarbeitet, ist ein sehr variables Standing innerhalb der Mannschaft - als taktisch flexibler Spieler, der aber noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung ist." Vor allem in puncto physischer Konstanz und Athletik sieht der Trainer weiteres Verbesserungspotenzial.

Am Samstagabend (20.30 Uhr, LIVE bei kicker) gegen Elversberg wird Sirch, sofern nichts Unerwartetes passiert, Startelfeinsatz Nummer 46 absolvieren. Der nächste Schritt in der Entwicklung eines Spielers, der sich ohne großes Aufsehen, aber mit bemerkenswerter Konsequenz in den Vordergrund gespielt hat. Oder, wie Lieberknecht es formuliert: "Er ist ein Spieler, den ich ungern nicht in meiner Mannschaft hätte."