Es hat etwas gedauert, bis der SV Werder Bremen in dieser noch jungen Spielzeit gezeigt hat, "dass wir es besser können", wie Marco Grüll am Mittwoch sagte. Je länger die Saisonvorbereitung dauerte, desto größer wurden die Sorgen rund um den Klub, der wochenlang mit Negativerlebnissen in Form von personellen Ausfällen und schlechten Ergebnissen in Verbindung gebracht wurde.
"Natürlich haben wir in den Testspielen keine Tore geschossen und waren ein bisschen zu ungefährlich", bestätigte Grüll diesen Eindruck: "Aber ich sage trotzdem, dass wir im Training schon sehr gute Arbeit geleistet haben. Und dann haben wir mit den Transfers noch mal Qualität dazu gewonnen - das macht sich dann schon noch bemerkbar."
Seitdem Werder den Kader auf der Zielgeraden der Wechselperiode deutlich verstärkt hat, scheinen die Vorzeichen für diese Saison 2025/26 wieder andere - bessere. Dazu kam das 3:3 gegen Leverkusen, nach einem 1:3-Rückstand: "Als wir da zurückgekommen sind, hat man schon gemerkt, dass die Stimmung eigentlich besser war und jeder wieder mehr an sich geglaubt hat", betonte der Österreicher.
Grüll: "Das ist ein Vorteil von mir"
Und nun folgte eben noch jener 4:0-Auswärtssieg in Mönchengladbach, der laut dem 27-Jährigen endgültig dafür gesorgt hat, "dass die Lockerheit wieder da ist, wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen - und wir weiter machen wollen". Möglichst schon am Samstag im Heimspiel (15.30 Uhr, LIVE bei kicker) gegen den SC Freiburg.
Dann wohl auch wieder mit Grüll in der Startelf als Bremer Sturmspitze - da Victor Boniface weiterhin noch nicht bei 100 Prozent sei, wie es am Osterdeich heißt. Und doch ist der hochkarätige Leih-Neuzugang natürlich mittelfristig der logische Startspieler im Angriffszentrum. Wie Grüll darüber denkt?
Den neu entfachten Konkurrenzkampf empfindet er als "wichtig: Damit jeder Spieler merkt, dass er Gas geben muss. Ich war immer schon der Spielertyp, der für die Mannschaft arbeitet - und das werde ich beibehalten." Zudem sei Grüll nicht nur aufs Sturmzentrum festgelegt: "Ich kann jede Position in der Offensive spielen - das ist ein Vorteil von mir."
Werder-Ziel? "Das wäre nicht richtig"
Das 4:0 in Gladbach wolle er zwar nicht "zu hochloben", wie der siebenmalige Nationalspieler sagte - und doch weckt jener Auftritt in Verbindung mit dem verstärkten Kader naturgemäß neue Erwartungen. Zumal Grüll nun auch klar durchblicken ließ, dass man sich auch teamintern durchaus ambitionierte Ziele in Bremen gesteckt hat: "Jeder will eine bessere Saison spielen als letztes Jahr."
Seinerzeit hatte Werder eine europäische Teilnahme nur knapp verpasst. Die Interpretation sei also naheliegend, wie der Österreicher ausführte: "Ich will jetzt nicht nach einem Spiel gleich von Europa reden, aber wie gesagt: Jeder Spieler will einen Schritt nach vorne machen", so Grüll: "Und ich gehe jetzt nicht in die Saison und sage: Ich will jetzt nicht absteigen - das wäre ja nicht richtig."