Fehlercode: %{errorCode}

Guirassy? Bensebaini? Dortmunds erster Elfmeterschütze ist eigentlich ein anderer

kicker

Nach dem Schuss strahlten Ramy Bensebaini und Serhou Guirassy in Einigkeit. Minutenlang hatten sich die beiden Dortmunder um die Ausführung des Handelfmeters gestritten hatten, der im Hintergrund noch vom VAR überprüft worden war, ehe sich Bensebaini durchsetzte und sicher verwandelte. Anschließend drehte er sich sofort um, zeigte auf den Stürmer und nahm ihn lächelnd in den Arm.

Doch warum all der Stress zuvor, der ja durchaus auch für Unruhe bei der Ausführung sorgen kann, wenn laut Niko Kovac eigentlich "klar definiert" war, dass Bensebaini schießen soll? Zwar zeigte Kovac nach dem 4:4 bei Juventus Turin Verständnis für Guirassys Wunsch, sich zum Auftakt der Champions League auf der Torschützenliste verewigen zu wollen, doch das klare Votum gegen den Königsklassen-Torschützenkönig der Vorsaison und für den Verteidiger kommt nicht von ungefähr.

Guirassy patzte bereits dreimal vom Punkt

Es war schließlich nicht das erste Mal, dass der stets torhungrige Guirassy sich anschickte, aus elf Metern seine ohnehin sehenswerte Torstatistik weiter auszubauen. In 55 Pflichtspielen für den BVB traf der 29-Jährige starke 43-mal - neun dieser Treffer erzielte der Nationalstürmer Guineas vom Punkt. Der Haken: Es hätten noch ein paar mehr Tore sein können, wäre Guirassy ein todsicherer Elfmeter-Schütze.

Denn zu Guirassys Statistik gehören eben auch drei Fehlschüsse vom Punkt, die den BVB in zwei Fällen auch Siege gekostet haben: Neben einem vergebenen Elfmeter beim 3:2-Sieg in Hoffenheim im vergangenen April ließ der Stürmer beim 0:0 gegen Sporting in den Play-offs der vergangenen CL-Saison sowie jüngst beim 3:3 gegen den FC St. Pauli die große Chance per Strafstoß aus. Auch deshalb steht er in der internen Rangordnung hintenan.

Bensebaini nämlich kann eine makellose Elfmeterstatistik vorweisen. Für Borussia Mönchengladbach, die algerische Nationalmannschaft und nun auch erstmals für den BVB trat der 30-Jährige elfmal an den Punkt, elfmal landete der Ball anschließend auch im Netz. Dass er dieser Herausforderung auch unter enormem Druck standhält, bewies er unter anderem in Diensten der Fohlen, als er im Dezember 2019 in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer gegen den FC Bayern per Elfmeter erzielte.

Can vergab zuletzt 2012/13

Dass er am Dienstagabend schießen durfte, hat Bensebaini trotzdem einer "glücklichen Fügung" zu verdanken. Eigentlich sind bei den Dortmundern Elfmeter "Chefsache" - und das seit vielen Jahren aus gutem Grund. Noch mehr Elfmeter verwandelt als Bensebaini hat nämlich Emre Can, der Kapitän des BVB. 13-mal trat der 31-Jährige für die Borussia an den Punkt, 13-mal traf der Nationalspieler. Letztmals hat Can in der Saison 2012/13 einen Strafstoß in einem Pflichtspiel verschossen - für die zweite Mannschaft des FC Bayern in der Regionalliga Bayern.

Aktuell laboriert Can aber an Adduktorenproblemen, seine Rückkehr ist bislang nicht abzusehen. In Bensebaini hat er einen würdigen Vertreter. Ein Status, den sich Guirassy trotz aller Qualitäten erst wieder erarbeiten muss. Und wohl dann darf, wenn Bensebaini nicht auf dem Platz steht.