"Es war eine erste Hälfte zum Vergessen, erst mit der Verletzung und dann der Rote Karte", meinte Frank Schmidt bei Sky nach der Partie. "Was mich aber schon ärgert, ist das 0:2. Weil wir schon Plan hatten, dann mit dem 0:1 in der zweiten Hälfte vielleicht irgendwie noch ein Tor zu schießen. Letztlich haben wir in der zweiten Halbzeit dann aber aufopferungsvoll gekämpft und das Minimalziel, das wir uns in der Pause gesetzt haben, erreicht: Dass es am Ende so bleibt", befand der Heidenheimer Coach.
Einen kleinen Rüffel vom FCH-Coach erhielt so auch Bayern-Leihgabe Arijon Ibrahimovic für sein Abwehrverhalten, als er seinen Gegenspieler vor eben jenem zweiten Heidenheimer Gegentreffer ziehen ließ. "Der 'Ari' weiß es, wir haben es besprochen. Das darf ihm nicht passieren, da wird er daraus lernen", meinte Schmidt.
Einen langfristigen Ausfall fürchtet der Trainer derweil bei Leart Pacarada, der sich schon in der fünften Spielminute der Partie ohne gegnerische Einwirkung verletzt hatte: "Er hat gesagt, dass es mehrfach geknackt hat. Daher muss man davon ausgehen, dass es eine schwere Verletzung ist."
Schmidt: "Die Rote Karte war berechtigt"
Auch ein Dortmunder sah die Szene in der 22. Minute, in der Budu Zivzivadze Gegenspieler Lukas Nmecha zu spät und von der Seite mit offener Sohle unterhalb des Knies getroffen hatte, die wohl vorentscheidende Szene des Spiels: "Bei einem Mann mehr über so lange Zeit, muss man das schon so sagen", erklärte Nationalspieler Maximilian Beier, der kurz vor der Pause mit seinem 2:0 für den BVB bereits den Endstand erzielt hatte.
An der Rechtmäßigkeit der Roten Karte zweifelte auch Schmidt im Nachgang nicht: "Ich glaube, das war ein Wahrnehmungsfehler von ihm", meinte Schmidt in Bezug auf seinen Rot-Sünder Zivzivadze. "Erst hat er sich den Ball zu weit vorgelegt und dann die falsche Entscheidung getroffen, hinterherzugehen. Das Wichtigste war, dass sich Nmecha nicht verletzt hat. Die Rote Karte war berechtigt, aber es war keine Absicht."
Sanwald betont Heidenheimer Außenseiterrolle
Holger Sanwald ordnete die Niederlage und die bisherige Bilanz von null Punkten aus drei Liga-Spielen derweil ein: "Wir müssen auch sehen, gegen wen wir bisher gespielt haben", so der Vorstandsvorsitzende der Heidenheimer in Anspielung auf die bisherigen Gegner Wolfsburg (1:3), Leipzig (0:2) und eben nun Dortmund. "Es sind jetzt null Punkte nach drei Spielen, aber ich beurteile den Start erst nach zehn Spieltagen. Jetzt heißt es Mund abputzen, dann fahren wir nach Hamburg und wollen dort punkten."
Sanwald wies zudem auf die Rolle seines Teams als Außenseiter hin: "Wir spielen Bundesliga mit geringsten Mitteln im Vergleich zu den anderen. Das, was andere als Meisterschaft feiern, feiern wir mit dem Klassenerhalt."
Beier lobt Vorbereiter Adeyemi
Die Stimmung bei BVB, der sieben von neun möglichen Zählern aus den ersten drei Partien sammelte, war naturgemäß deutlich besser. "Wir wollen Meister werden und die ganze Saison oben mitspielen", meinte Beier selbstbewusst - und bedankte sich zugleich bei Karim Adeyemi der das 2:0 der Dortmunder gekonnt vorbereitet hatte: "Karim macht das super, ich muss ihn nur noch reinschieben."
Kein Wunder, dass die Borussia nun selbstbewusst auf das kommende Champions-League-Duell in Turin am Dienstag (21 Uhr) blickt. So meinte auch Beier mit einem Schmunzeln: "Juve kann kommen."