Die Vorkommnisse beim Afrika-Cup-Finale zwischen Marokko und Senegal werden ein Nachspiel haben. Darauf dringt auch Gianni Infantino. Nach Senegals Triumph, der von Tumulten auf und neben dem Platz überschattet wurde, kritisierte der FIFA-Präsident einige Beteiligte scharf.
"Leider wurden wir Zeugen inakzeptabler Szenen auf dem Spielfeld und auf den Tribünen - wir verurteilen das Verhalten einiger 'Fans' sowie einiger senegalesischer Spieler und Mitglieder des Trainerstabs aufs Schärfste", schrieb Infantino spätnachts auf seinem Instagram-Kanal. Zuvor hatte er das Geschehen auf der Tribüne des Grand Stade de Tanger hautnah miterlebt.
Nachdem Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala Ngambo tief in der Nachspielzeit nach VAR-Eingriff Marokko einen umstrittenen Elfmeter gewährt hatte, waren zahlreiche Spieler der Gäste auf Betreiben von Trainer Pape Thiaw protestierend vom Feld gegangen. Auf der Tribüne kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen. Erst nach langer Unterbrechung konnte Brahim Diaz zum Strafstoß antreten - und vergab kläglich (90.+24). In der Verlängerung setzte sich dann Senegal mit 1:0 durch.
"Es ist inakzeptabel, das Spielfeld auf diese Weise zu verlassen, und ebenso wenig kann Gewalt in unserem Sport toleriert werden", urteilte Infantino. "Wir müssen die Entscheidungen der Schiedsrichter auf und neben dem Spielfeld stets respektieren. Die Mannschaften müssen auf dem Spielfeld und im Rahmen der Spielregeln gegeneinander antreten, denn alles andere gefährdet das Wesen des Fußballs."
Infantino fordert "geeignete Maßnahmen"
Es liege "auch in der Verantwortung der Mannschaften und Spieler, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und den Fans in den Stadien und Millionen von Zuschauern weltweit ein gutes Beispiel zu geben. Die hässlichen Szenen, die wir heute erlebt haben, müssen verurteilt werden und dürfen sich nie wiederholen." Seine klare Forderung an den afrikanischen Fußballverband: "Ich erwarte, dass die zuständigen Disziplinarorgane der CAF geeignete Maßnahmen ergreifen werden."