Das Afrika-Cup-Finale zwischen Marokko und dem Senegal schrieb nicht nur auf dem Feld spektakuläre Geschichten wie den Protest der Senegalesen oder den verschossenen Panenka-Elfmeter von Brahim Diaz. Tumulte gab es zudem nicht nur zwischen Fans und unter den Journalisten beider Lager - auch Senegals Ersatzkeeper Yehvann Diouf sah sich einer Horde marokkanischer Balljungen ausgesetzt. Der nächste absurde Vorfall an einem denkwürdigen Abend.
Im strömenden Regen von Rabat hatte sich der Torwart des französischen Erstligisten Nizza am Ende hinter dem Tor von Senegals Nummer eins Edouard Mendy positioniert, um dem Al-Ahli-Keeper bei Bedarf ein Handtuch reichen zu können. Zuvor hatte Marokkos Achraf Hakimi Handtücher über die Werbebande geworfen.
Die Balljungen versuchten immer wieder und mit mehreren Jungen, Diouf das frische Handtuch zu entreißen. Im Internet kursieren Videos, wie Diouf sich hinter der Torauslinie auf dem Boden rollt und vor den Jugendlichen und einem Security-Mitarbeiter wegläuft, um das Handtuch zu sichern. Auch Marokkos zuvor ausgewechselter Mittelfeldmann Ismael Saibari versucht Diouf, daran zu hindern, das Handtuch Mendy zu reichen.
„Sie dienten nur dazu, die Handschuhe und das Gesicht zu trocknen, wenn es regnet.“ (Yehvann Diouf)
Die Spielchen halfen jedoch nicht: Nach dem gewonnenen Finale postete Diouf ein Foto von sich bei Instagram mit der Unterschrift: "Sie ist da! (Die Medaille und das Handtuch)". In der Mixed Zone sorgten die Szenen ebenfalls für Lachen bei Diouf: "Ich weiß nicht, warum das passiert ist, denn es waren nur Handtücher", erklärte der Torwart nach dem Spiel.
Die Aktion der Balljungen habe ihn jedenfalls verwundert: "Vielleicht haben sie sich irgendwas eingebildet, was ich mit diesen Handtüchern wollte", mutmaßte Diouf. "Sie dienten nur dazu, die Handschuhe und das Gesicht zu trocknen, wenn es regnet. Ich war genauso überrascht wie Sie, aber wir haben zusammengehalten und Edouard hat die Handtücher bekommen, die er haben wollte."