In den finalen Stunden des Sommer-Transferfensters hat der FC Bayern doch noch eine prominente Verstärkung gefunden - die zwischenzeitlich schon wieder vom Tisch gewesen zu sein schien: Angreifer Nicolas Jackson (24) wechselt auf Leihbasis vom FC Chelsea an die Säbener Straße. Dem Vernehmen zahlt der deutsche Rekordmeister eine Leihgebühr in Höhe von 16,5 Millionen Euro und verfügt über eine Kaufoption, die unter bestimmten Voraussetzungen zur Kaufpflicht werden kann. Sollte diese aktiv werden, muss Bayern 65 Millionen Euro an die Blues überweisen.
Es ist das Ende eines regelrechten Transfer-Spektakels in den vergangenen Tagen. Erst am Samstag schien sich Jacksons Leihe kurz vor dem Medizincheck zerschlagen zu haben, weil sich Chelsea-Angreifer Liam Delap verletzt und der Klub Jackson deshalb zurückbeordert hatte. "Wir schicken den Jungen zurück", hatte Bayern-Sportvorstand Max Eberl erklärt, doch Jackson blieb entgegen der Chelsea-Ansage in München und hoffte weiterhin auf eine Einigung - mit Erfolg.
"Nicolas war von Anfang an Feuer und Flamme, für den FC Bayern zu spielen - umso mehr freuen wir uns, dass es letztlich geklappt hat", sagte Eberl, als alles perfekt war. "Er hat in seinen jungen Jahren schon viele Erfahrungen auf internationalem Top-Niveau gesammelt und gezeigt, welche Qualitäten er hat."
Allgemein passe der Senegalese "mit seiner Dynamik und Präsenz sehr gut" ins Münchner "Anforderungsprofil, er ist hungrig, wird unsere Möglichkeiten in der Offensive mit seinen Fähigkeiten erweitern und sofort eine Verstärkung für unsere Mannschaft sein", so Eberl weiter.
Sportdirektor Christoph Freund ergänzte, dass Jackson "viel Geschwindigkeit mitbringt, torgefährlich ist und mannschaftsdienlich Wege in der Tiefe sucht. Zudem ist er ein offener, positiver Typ und wird keine Anpassungsschwierigkeiten in unserer Mannschaft haben."
Bei Chelsea rutschte Jackson ins zweite Glied
In der vergangenen Saison, als Chelsea die Conference League und die Klub-WM gewann, war Jackson im Sturmzentrum der Blues noch gesetzt, aber nie ganz unumstritten. Mit der Ankunft von Delap, der von Absteiger Ipswich Town kam, und vor allem Joao Pedro (Brighton) rückte er im Sommer ins zweite Glied. Nun tritt der Nationalstürmer nach Spanien (Villarreal) und England seine dritte Auslandsstation an.
Die Premier League verlässt der 1,86 Meter große Rechtsfüßer mit der Bilanz von 65 Spielen, 24 Toren und zehn Assists. In der Champions League lief er bislang noch nie auf. Dort winkt ihm am 17. September (21 Uhr) das Debüt - gegen Chelsea.
In Deutschland freut er sich darauf, "jetzt ein Teil dieses großartigen Klubs sein zu können. Der FC Bayern ist einer der besten Vereine der Welt: Jeder kennt die Namen der Legenden, die hier gespielt haben, und weiß, dass dieser Klub für die größten Erfolge steht. Ich habe große Ziele und Träume hier und werde alles geben, um mit Bayern weitere Titel zu gewinnen."
Ausgebildet wurde Jackson bei Casa Sports im Senegal, ehe er 2019 nach Spanien zum FC Villarreal wechselte, wo er zunächst nicht richtig Fuß fassen konnte. Nach einer Leihe an Zweitligist CD Mirandes kehrte er zur Saison 2021/22 zum Gelben U-Boot zurück und startete durch: Sein La-Liga-Debüt im Oktober 2021 ließ er insgesamt 48 Pflichtspiele und 13 Toren folgen, eher ihn Chelsea im Sommer 2023 nach England lotste.