Im Nachhinein klang es natürlich einfach, wenn man den Worten von Samuel Mbangula Glauben schenken wollte, als er von einer relativ alternativlosen Situation vor seinem Treffer am Sonntagabend berichtete: "In dem Moment war die einzige Lösung für mich, abzuschließen - und dann habe ich getroffen."
Die Führung im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach bedeutete zugleich die Premiere als Werder-Torschütze für den im Sommer von Juventus Turin verpflichteten Flügelspieler - und eine sehenswerte dazu.
Cheftrainer Horst Steffen sagte über den Schuss, der von der Unterkante der Latte zum 1:0 einschlug: "Das war jetzt kein Tor, wo er nur den Fuß hinhalten musste, da musste er schon was für tun, das hat er super gemacht."
Mbangula: "Ich finde meinen Rhythmus"
Zumal Mbangula beim Bremer 4:0-Auswärtssieg anschließend auch noch die beiden weiteren Bremer Treffer vorbereitete, indem er Jens Stage beim 2:0 assistierte und den Strafstoß vor dem 3:0 von Romano Schmid herausholte. "Ich muss von Spiel zu Spiel mehr in den Rhythmus kommen und diesmal war das der Fall", sagte der 21-Jährige.
Der Belgier, der in der Länderspielpause über 90 Minuten beim 1:1 gegen Weißrussland für die U-21-Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen war, kündigte jedenfalls an: "Ich finde meinen Rhythmus - und werde meine Leistung steigern, sowohl körperlich als auch mental."
Ein Prozess, der durchaus seine Zeit benötigte: Nachdem der Ex-Juventus-Profi Ende Juli zunächst verspätet in die Sommer-Vorbereitung bei Werder eingestiegen war und sich sogleich eine Sprunggelenkverletzung zugezogen hatte, warf ihn das bei seiner sportlichen Eingliederung erst einmal zurück. Auch in den Wochen darauf gingen ihm noch Spielfitness und Spritzigkeit ab.
Steffen über Mbangula: "Er wird immer lockerer"
Nun jedoch deutete Mbangula in Gladbach mit seiner Ballsicherheit und den Tempo-Dribblings an, warum Werder in diesem Sommer zehn Millionen Euro an Ablöse in ihn investiert hatte. Mitspieler Jens Stage meinte etwa: "Was soll ich sagen: Das war eine Kostprobe von seinem Potenzial."
Und auch Steffen erkannte einen deutlichen Aufwärtstrend beim Flügelspieler: "Ich habe das Gefühl, es wird von Woche zu Woche besser", befand der Coach: "Er wird immer lockerer, kommt immer wieder in wirklich gute Situationen, die er lösen kann."
Mbangula indes machte auch selbst deutlich, dass er sich im Bremer Ensemble zunehmend wohlzufühlen scheint: "Wir haben eine gute Gruppe, in der jeder für den Mitspieler arbeitet", so der Belgier: "Es gibt nicht viele Egos in diesem Team. Das ist unsere Stärke - also, schauen wir mal, was in dieser Saison drin ist …"