Beim Internationalen Trainerkongress in Leipzig sagte Nagelsmann am Mittwoch, dass er weiterhin mit ter Stegen als Stammtorhüter für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr plane. "In meinen Gedanken weiß ich, dass Marc zurückkommt im Dezember, dann die beiden Spiele machen wird im März, im Juni auch, und dann die WM spielen wird", sagte Nagelsmann in einer Gesprächsrunde.
Die Debatte über die deutsche Nummer 1 beim Turnier in Nordamerika war in den vergangenen Tagen und Wochen neu entbrannt. Ter Stegen, der sich im vergangenen September die Patellasehne gerissen und sein Comeback beim FC Barcelona erst im Mai gegeben hatte, war zunächst bei den Katalanen hinter Neuverpflichtung Joan Garcia und Routinier Wojciech Szczesny zur Nummer drei degradiert worden.
Vergangene Woche hatte er dann bekanntgegeben, sich einer mittlerweile erfolgten Rücken-Operation unterziehen zu müssen, die ihn mindestens drei Monate außer Gefecht setzt. Auch ein Wechsel im Sommer hatte sich dadurch zerschlagen.
"Für Marc ist es total bitter gelaufen", sagte Nagelsmann am Mittwoch. "Ich habe einen super Austausch mit ihm, er kann die Situation richtig einschätzen. Er ist die Nummer eins, wenn er gesund und im Verein die Nummer eins ist. Das weiß er." Zwei momentan allerdings relativ große Wenns - zumal ter Stegen auch nach seiner Rückkehr Ende des Jahres beim FC Barcelona wohl keine Aussicht auf Einsatzzeiten haben wird. Nagelsmann sagte aber, dass er davon ausgehe, dass ter Stegen "im Winter wieder die Nummer eins wird" - was wohl nur bei einem Vereinswechsel der Fall sein würde.
Die komplette WM-Qualifikation mit den sechs Spielen gegen die Slowakei, Nordirland und Luxemburg, die im September, Oktober und November stattfinden, wird ter Stegen verpassen. Für diese Spiele plant Nagelsmann mit einem Ersatz, eine Überraschung werde es nicht geben. Somit deutet einiges darauf hin, dass Hoffenheims Keeper Oliver Baumann in der WM-Qualifikation zwischen den Pfosten stehen wird, weitere mögliche Kandidaten sind Stuttgarts Alexander Nübel oder der bisherige U-21-Keeper Noah Atubolu vom SC Feiburg.
Einer Rückkehr von Manuel Neuer für die WM, die unter anderem der langjährige DFB-Torwarttrainer Sepp Maier gefordert hatte, erteilte Nagelsmann eine Absage - zumindest vorerst. "Manu hat eine sehr gute Klub-WM gespielt, aber die Entscheidung haben wir ganz bewusst getroffen", sagte Nagelsmann. Eine Überlegung für eine Reaktivierung des zurückgetretenen Weltmeisters von 2014 gebe es - Stand jetzt - nicht.
"Grundsätzlich mache ich mir überhaupt keine Sorgen", sagte Nagelsmann zur Torwartposition. Man habe "viele gute Leute" zur Verfügung.