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Nagelsmann über Rüdiger: "Die rote Linie ist definiert"

kicker

"Ich gehe davon aus, dass er es in den Griff kriegt. Eigentlich ist er ein superlieber Kerl. Die Dinge, die er manchmal macht und die zu Recht bestraft wurden, die gehen natürlich nicht. Das weiß er auch, dass das nicht geht", sagte Julian Nagelsmann am Mittwoch in der Kongresshalle am Zoo in Leipzig im Rahmen des Internationalen Trainer-Kongresses (ITK). Rüdiger hatte mit seiner Schiedsrichter-Attacke im spanischen Pokalfinale zwischen seinem Verein Real Madrid und dem FC Barcelona (2:3) Ende April für Schlagzeilen gesorgt.

Nagelsmann brach eine Lanze für den Menschen und Sportler Rüdiger, steckte aber zugleich die Grenzen ab. "Er ist einer, der unglaublich leidenschaftlich für die Mannschaft spielt und alles dafür tut, dass wir kein Tor kriegen. Er ist einer, den man sich als Trainer wünscht", erklärte der Bundestrainer im Rahmen eines Bühnengesprächs am dritten und letzten Tag des Kongresses.

"Es ist immer eine Gratwanderung: Wie viel nimmst du ihm weg, dass er seiner Vorbildfunktion gerecht wird? Und wie viel lässt du ihm noch, damit er seine Stärken behält?" Es sehe "manchmal ein bisschen crazy aus, wie er verteidigt - aber deshalb ist er der Spieler geworden, der er ist".

„Er weiß, dass er keinen Freifahrtschein hat.“ (Julian Nagelsmann über Antonio Rüdiger)

Neuerliche Verfehlungen würden indes nach Nagelsmanns Worten von DFB-Seite nicht akzeptiert. "Er weiß, dass er keinen Freifahrtschein hat und keinen zweiten oder dritten Versuch, so etwas zu machen", betonte der Bundestrainer. "Die rote Linie ist definiert. Wir haben als Nationalmannschaft eine gewisse Vorbildwirkung. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns und ein superfeiner Mensch, der alles dafür tut, dass sein Team beschützt wird. Ich will ungern auf ihn verzichten."

Rüdiger hatte im Copa-del-Rey-Finale von der Ersatzbank aus eine Rolle Tape-Verband in Richtung des Schiedsrichters geworfen, dafür die Rote Karte gesehen und den Unparteiischen daraufhin deutlich hörbar beleidigt. Mehrere Mitspieler und Team-Offizielle hatten ihn zurückhalten müssen. Der spanische Fußballverband verhängte eine Sperre von sechs Spielen, der deutsche Nationalspieler hatte sich allerdings kurz nach dem Eklat einer Knie-OP unterzogen. Bei der Klub-WM in den USA war der 32-Jährige für Real wieder am Start.