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Rieder: "Vielleicht noch ein bisschen mehr Arschloch sein"

kicker

Am Freitag wusste Fabian Rieder bereits Bescheid. "Damit ich mich auch ein bisschen vorbereiten kann", wie der Neuzugang des FC Augsburg grinsend erklärt. Drei Trainingseinheiten hatten dem Schweizer genügt, um am Sonntag beim FC St. Pauli direkt in der Startelf zu stehen. "Ich hatte viel Videoanalyse, aber ich glaube, ich bin hierhergekommen, um der Mannschaft zu helfen."

Was beim 1:2 am Millerntor eigentlich auch ganz anständig funktionierte. Rieder, zusammen mit Mert Kömür und Elias Saad in einer rochierenden Offensive aufgeboten, köpfte in Hälfte eins zur Führung ein und schrie beim Jubel die Erleichterung über den geglückten Einstand heraus. "Schon gut" fand er das Tor, noch besser wäre ein entsprechendes Endergebnis gewesen.

Stattdessen stand am Ende die zweite Niederlage in Folge, um beim Nationalspieler überwog eher die Enttäuschung über das Ergebnis als die Freude über das persönliche Erfolgserlebnis. "Wir hatten wir die Ambition und auch die Qualität, dieses Spiel zu gewinnen", stellt Rieder klar und wird direkt deutlich: "Ich finde, wir müssen einfach effizienter in allen Belangen sein, defensiv, offensiv. Vielleicht - wenn ich das sagen darf - noch ein bisschen mehr Arschloch sein."

„Ich bin sehr überzeugt, dass wir da einen geilen Weg machen werden.“ (Rieder über den FCA)

Dem FCA hatte es in Hamburg wahrlich nicht an Spielanteilen und guten Kombinationen gefehlt, sehr wohl aber an der Klarheit im letzten Drittel, wo in Hälfte zwei außer Saads wuchtigem Abschluss aus 20 Metern wenig Zählbares zusammenkam. "Wir hatten zu wenig Zug aufs Tor", analysiert auch Rieder. "Wir haben zu lange gebraucht, um den Torabschluss zu suchen."

Anders als die Gastgeber, die sich durch zwei Standardsituation für eine ebenfalls gute Leistung belohnten. "Wir waren nicht schlechter, von daher sind wir natürlich sehr enttäuscht", sagt Rieder und wiederholt: "Ich glaube, am Ende des Tages war er zu wenig effizient in allen Bereichen."

Daran können er und seine neuen Kollegen nun in der ersten gemeinsamen Trainingswoche arbeiten, um beim kommenden Heimspiel gegen Mainz zielstrebiger aufzutreten. Rieder jedenfalls hat sich direkt empfohlen und wird seinen Platz auch am Samstag behalten. "Ich passe perfekt zu seinem Spielstil", vermutet der 23-Jährige, angesprochen auf Trainer Sandro Wagner. "Ich gehe defensiv in jedes Duell, laufe viel, bin viel unterwegs. Aber ich kann mich auch gut zwischen den Linien oder in die Tiefe bewegen."

Eine gute Mischung, genau dafür hat Wagner auch wochenlang um Rieder geworben und seinen Wunsch letztlich erfüllt bekommen. Der Ex-Stuttgarter ist mit einer Ablöse von sieben Millionen Euro der teuerste Einkauf des Sommers, entsprechend selbstbewusste Töne wird der Trainer also gerne hören. "Ich bin sehr überzeugt, dass wir da einen geilen Weg machen werden die ganze Saison", sagt Rieder. Den Beweis darf er dann gegen Mainz wieder erbringen.