Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart, war bei den Freiburgern "schon eine Menge Druck drauf", wie Matthias Ginter nach dem späten Sieg gegen den VfB zugab und auf einen "Startschuss für die Saison" hofft. Trainer Julian Schuster hat am meisten beeindruckt, dass es die Mannschaft geschafft hat, nach den beiden punktlosen Spielen und einem Rückstand bis zur 80. Minute "so zurückzukommen". Das sei sehr schwierig, das wisse jeder Sportler.
"Die Uhr tickt, man möchte Dinge erzwingen, das ist oft nicht der richtige Rat, da war die Mannschaft sehr diszipliniert, hat auf ihre Momente gewartet", sagte er in der Pressekonferenz vor dem Spiel beim SV Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). "Das Allerwichtigste war mir, dass ich Leidenschaft und Energie auf dem Platz sehe, eine große Geschlossenheit und Zusammenhalt - das habe ich gesehen, plus Geduld und Disziplin."
In dieser Woche sei auch darüber gesprochen worden, dass es "gewisse Parallelen zur Vorsaison gab". Denn kurioserweise entsprach der grundsätzliche Spielverlauf gegen Stuttgart dem vor einem Jahr gegen den gleichen Gegner, im ersten Bundesligaspiel des damals neuen Bundesligatrainers Schuster. Auch damals hatte ehemalige SC-Stürmer Ermedin Demirovic die Schwaben in Führung gebracht und der Sport-Club drehte das noch in einen 3:1-Sieg - allerdings deutlich früher. Der Ausgleich fiel noch in der ersten Hälfte, die beiden weiteren Treffer bis zur 61. Minute.
Gegen eine Parallele im kommenden Spiel hätten die Freiburger sicherlich nichts einzuwenden. In Bremen haben sie am sechsten Spieltag der Vorsaison mit 1:0 gewonnen. Der damalige Torschütze ist allerdings nicht mehr an Bord. Getroffen hat Ritsu Doan, der gestern sein erfolgreiches Champions-League-Debüt bei Eintracht Frankfurt feierte.
Auch bei Bremen steht nicht nur ein neuer Trainer an der Seitenlinie, auch von der damaligen Startelf sind einige nicht mehr dabei, weil sie den Verein verlassen haben oder verletzt sind. "Sie sind aber wieder sehr spielstark und können torgefährlich werden", sagte Schuster über Werder. Neben Neuzugang Samuel Mbangula nannte er auch Jens Stage als "spannenden Spieler, der immer wieder für Unruhe sorgt im Defensivverbund". Wenn sie überspielt werden, würden die Bremer "einen sehr hohen Aufwand betreiben", um das zu reparieren.
"Internationales Derby" am Mittwoch
Außerdem rechnet er mit einem sehr selbstbewussten Gegner, nach dem 4:0-Sieg von Werder in Mönchengladbach. Das trifft aber auch auf sein Team zu nach dem späten Erfolg gegen Stuttgart. "Aber das war ein Schritt, mehr eben auch nicht", sagte Schuster, "genau an dieser Messlatte, die wir uns selbst gelegt haben, müssen wir uns immer wieder orientieren - im Training und auch am Wochenende." Und ab der kommenden Woche dann auch unter der Woche, denn dann beginnen die englischen Wochen mit den Europa-League-Spielen. Zum Auftakt kommt am Mittwoch der FC Basel zum ersten "internationalen Derby" (Schuster) nach Freiburg.