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St. Paulis Kapitän ist wieder an Bord, hat aber keinen festen Platz

kicker

In Kiel hätte sich für Jackson Irvine ein Kreis geschlossen. Denn: Im April dieses Jahres hatte der 32-jährige Mittelfeldspieler beim 2:1-Auswärtssieg an der Förde letztmalig auf dem Platz gestanden. Die danach vom Kiez-Klub offiziell gemachte Diagnose "Stressreaktion im Fuß" löste seinerzeit einen Schockzustand aus, gleichzeitig war sie mit der Hoffnung verbunden, der Anführer könne im Endspurt nochmal eingreifen. Weil am Ende sogar noch eine Operation nötig wurde, dauerte die Zwangspause am Ende fünf Monate.

Blessin hatte sich während der Länderspielpause ganz bewusst gegen einen Einsatz von Irvine bei den Störchen entschieden und ihm "eine knackige Trainingseinheit" verordnet. Der Grund: "Das bringt ihm mehr als zehn oder 15 Minuten Einsatzzeit." Tatsächlich nutzte Irvine die zurückliegenden Einheiten - vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den FC Augsburg gibt der Coach dem Routinier eine Kader-Garantie.

Fujita und Sands haben sich im Zentrum festgespielt

Aber: Zwischen Kiel und Kiel, dem Bundesligagastspiel in Schleswig-Holstein im Frühjahr und dem Test in der vergangenen Woche, ist viel passiert auf St. Pauli. Und zwar deutlich mehr als die Fuß-Operation bei Irvine. In dessen Abwesenheit hat sich James Sands, im Januar von New York FC ausgeliehen und nach starkem Start früh verletzt, nach seinem Comeback zum Eckpfeiler aufgeschwungen. Neben dem US-Amerikaner übertrifft Neuling Joel Chima Fujita aktuell die seit dessen Vorbereitung bereits hohen Erwartungen sogar.

Gemeinsam bilden Sands und Fujita ein Mittelfeldzentrum, in dem nicht einmal mehr Platz für Eric Smith ist. Den Schweden hatte Blessin nach den Ausfällen von Sands und Irvine im vergangenen Frühjahr aus der Dreierkette auf die Doppelsechs vorgezogen und ihn damit auf einer Position gebracht, über die Smith sagt: "Dort fühle ich mich am wohlsten." Weil die neue Besetzung hervorragend harmoniert, musste er jedoch wieder nach hinten.

Für Irvine bedeutet das Gedränge in der Mitte eine völlig neue Situation. Seit er 2021 ans Millerntor kam, war er im fitten Zustand immer gesetzt und selbst dann unverzichtbar, wenn er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Nun wird er nach der längsten Verletzungspause seiner bisherigen Karriere erneut Geduld aufbringen müssen.

An seinem Stellenwert außerhalb des Platzes aber hat sich durch die neue Konkurrenzsituation nichts verändert. Irvine wurde während der Auszeit als Kapitän bestätigt, und Blessin sagt auch mit Blick auf den Sonntag: "Wir freuen uns wahnsinnig, alle haben darauf hingefiebert. Es ist schön, den Kapitän wieder an Bord zu haben." Denn: "Jacko ist eine wichtige Person für die Mannschaft, auch deshalb hatten wir uns im Sommer dazu entschieden, ihn mit ins Trainingslager zu nehmen." Er sagt aber auch, dass der Weg zurück in die Startelf noch etwas weiter ist: "Er braucht nach der Pause sicher noch ein bisschen."