Es waren wie im Vorfeld besprochen nur 30 Minuten. Eine halbe Stunde ohne die ganz großen Glanzpunkte, aber die waren auch noch nicht zu erwarten von Jesper Lindström beim Wolfsburger Testspiel gegen den SC Paderborn (1:2). Erst einmal ging es darum, wieder reinzukommen. "Ich war froh, endlich ein paar Minuten spielen zu können", sagt der Däne, der es nun aber kaum erwarten kann, richtig dabei zu sein. Am liebsten schon gegen den 1. FC Köln.
Den Ex-Frankfurter zieht es zurück auf den Bundesliga-Rasen. Einige Monate hat der 25-Jährige wegen einer Leisten-Operation nicht gespielt, nach seinem Wechsel von Neapel nach Wolfsburg wurde er behutsam herangeführt. "Wir müssen Schritt für Schritt gehen", weiß Lindström - und will den nächsten Schritt dennoch schnell gehen. Reicht es schon für das Heimspiel gegen Köln? "Das ist das Ziel."
"Ich hoffe, dass ich ein paar Minuten spielen kann"
Lindström skizziert seinen Comeback-Plan: "Jetzt habe ich noch eine Woche Zeit, mich von diesem Testspiel zu erholen und mich vorzubereiten. Aber das war für mich ein Test, um zu sehen, ob ich spielen kann. Es ist gut gelaufen." Er sieht sich nach der Länderspielpause noch nicht in der Startelf, "aber ich bin bereit und hoffe, dass ich dort ein paar Minuten spielen kann".
Wie sieht’s sein Trainer? "Ich verstehe seinen Wunsch", sagt Paul Simonis, der Niederländer möchte Lindstörm aber noch keine Versprechungen machen. "Wir müssen schauen, wie sein Körper jetzt reagiert, dann können wir sehen. Aber die Möglichkeit besteht natürlich."
"Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt ein besserer Spieler bin"
Lindström will loslegen, weil zeigen, dass da noch immer dieser besondere Fußballer in ihm steckt, den die Fans aus Frankfurter Zeiten kennen. Nach seinem Abschied aus der Bundesliga wurde es in Neapel und Everton kompliziert für den Dänen. Jetzt ist er zurück und will zeigen, dass er nichts verlernt hat. Im Gegenteil: "Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt ein besserer Spieler bin als zuvor, denn obwohl ich in Frankfurt ein gutes Niveau gezeigt habe, war ich damals erst 21 oder 22, und jetzt bin ich 25."
Vom VfL gelockt, die Wolfsburger erhoffen sich, die ins Stocken geratene Karriere des Offensivmannes wieder in Schwung bringen zu können. Zunächst ist Lindström geliehen, die Niedersachsen besitzen eine Kaufoption, angeblich in Höhe von zwölf Millionen Euro. Bleibt der Däne länger als eine Saison? "Wir werden sehen, was passiert", sagt er lächelnd, "es hängt davon ab, ob sie das Geld ausgeben wollen."
„Ich kannte ihn, weil er der Direktor des Rivalen in Dänemark war. Also mochte ich ihn nicht und er mochte mich nicht.“ (Ex-Bröndby-Spieler Jesper Lindström über Ex-Kopenhagen-Manager Peter Christiansen)
Darüber entscheidet Landsmann Peter Christiansen, der VfL-Geschäftsführer. Der 50-Jährige kam im Sommer 2024 vom FC Kopenhagen, Lindström spielte bis 2021 beim großen Stadtrivalen Bröndby IF. Kannte er Christiansen schon?
Lindström berichtet lachend: "Ich kannte ihn, weil er der Direktor des Rivalen in Dänemark war. Also mochte ich ihn nicht und er mochte mich nicht." Und jetzt: "Es hat sich etwas geändert. Jetzt ist er hier, ich bin hier. Er ist ein guter Mensch, und wir hatten einige gute Gespräche." Daraus sollen gute Leistungen resultieren. Lindström kann es kaum erwarten.