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Tellas klares Signal an Hjulmand und die Konkurrenz

kicker

Er läuft immer irgendwie unter dem Radar. Geht es um eine Wunschelf, taucht Nathan Tella in dieser nicht auf. Wo auch? Ist bei dem nigerianischen Nationalspieler doch nicht einmal so wirklich klar, welche seine Idealposition ist. Beim FC Burnley spielte er im 4-2-3-1 auf allen vier Offensivpositionen. In Leverkusen ist er mal als rechter Schienenspieler, mal als eine von zwei Spitzen in einem vom damaligen Trainer Xabi Alonso gegen Top-Klubs gerne gewählten Zwei-Spitzen-System ohne echten Mittelstürmer und eben wie am Freitagabend beim 3:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt als halbrechter Zehner im 3-4-2-1-System gefragt.

Egal, wo der 26-Jährige spielt, weiß man im Regelfall, was man bekommt: Schnelle Sprints in die Tiefe, hohe Laufbereitschaft, starkes Pressing- und Anlaufverhalten. Doch die ganz großen Ausrufezeichen hat der Rechtsfüßer in Form von Toren und Assists bislang nicht im Bayer-Trikot geliefert. Zehn Treffer und zwölf Torvorlagen in 83 Pflichtspielen für Bayer sind kein Pfund, mit dem man in Leverkusen als Offensivakteur wuchern kann.

Tella schlüpfte ausnahmsweise in die Rolle des Hauptdarstellers

Auch gegen Frankfurt schraubte Tella nicht an seinem Torkonto, sammelte aber dennoch mit seinem bislang stärksten Auftritt im Bayer-Trikot einige Pluspunkte. So stellte er in der ersten Hälfte den absoluten Aktivposten im Leverkusener Angriffsspiel dar, war an nahezu jeder gefährlichen Aktion beteiligt und holte auch mit einem feinen Solo den Freistoß heraus, den Alejandro Grimaldo zum frühen 1:0 nutzte.

Tella, der zudem den Strafstoß zum 2:0 herausholte, übernahm ausnahmsweise die Rolle des Hauptdarstellers, erwies sich nach der Pause und erst recht nach dem schnellen Anschlusstreffer der Eintracht sowie der Ampelkarte von Bayer-Kapitän Robert Andrich wie gewohnt als verlässlicher Teamplayer, der gegen den Ball maximal ackerte.

„Er hat die Jungs mitgezogen. Was ich mag: Er lernt immer dazu.“ (Simon Rolfes)

"Mit seinem Anlaufen in hoher Intensität hat er die Jungs mitgezogen", lobt Geschäftsführer Simon Rolfes den beliebten Arbeiter, "er ist in einer guten Verfassung." Wobei Rolfes dessen Beharrlichkeit auf allen Ebenen hervorhebt. "Was ich an ihm mag, ist, dass er immer dazulernt, immer kleine Schritte macht. Die Freiheiten, die er erhalten hat", sagt der ehemalige Profi mit Blick auf Tellas zentralere Rolle, "hat er mit Selbstvertrauen ausgefüllt, dass er sich etwas zutraut, wie im Dribbling vor dem Elfmeter und nicht einen anderen Schritt wählt."

In jener Szene hatte Tella Frankfurts Abwehrchef Robin Koch an der Strafraumgrenze getunnelt und war gefoult worden. Es war der zehnte Assist neben sieben Treffern in seinen 54 Bundesliga-Einsätzen.

Tellas überraschende Startelf-Nominierung stand für Hjulmand schon früh fest

Während die meisten Beobachter mit anderen Kandidaten in der Startelf gerechnet hatten, musste der neue Trainer Kasper Hjulmand nicht lange überlegen. "Ich habe die Entscheidung schon sehr früh in der Woche getroffen. Es war schön, Nathan so zu sehen", sagte der Däne und begründete seine Wahl außer mit dem Fakt, dass Tella anders als seine Konkurrenten die komplette Vorbereitung mit dem Team bestritt, so: "Es ist sehr wichtig für uns, dass wir Geschwindigkeit haben besonders, wenn wir gegen Frankfurt spielen, um hinter ihnen gefährlich zu werden. Weil wir wissen, dass sie sehr hoch pressen und dadurch hinter sich Räume lassen."

Genau diesen Speed lieferte Tella, der sich zu einem Schlüsselspieler in dieser Partie aufschwang. Und damit ein klares Zeichen an Hjulmand und an seine zahlreichen höher gehandelten Konkurrenten auf den beiden Zehner-Positionen sendete, wie 35-Millionen-Einkauf Malik Tillman, wie 32-Millionen-Zugang Eliesse Ben Seghir oder wie das von ManCity geliehene Top-Talent Claudio Echeverri.

„Mein bestes Spiel für Bayer? Das könnt ihr entscheiden.“ (Nathan Tella)

Sportlich eine klare Ansage, die Tella so verbal eher nicht formulieren würde. Ob es sein bestes Spiel für Bayer 04 war, wurde der Sunnyboy gefragt. Seine Antwort sagte alles über den Typ Tella aus: "Ihr könnt das entscheiden", erwiderte er den Journalisten, "das steht mir nicht zu."