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Torunarigha: Nicht sicher, aber weiter sicher dabei

kicker

Der Start des mit großen Erwartungen aus Belgien gekommenen Innenverteidigers war allenfalls durchwachsen: Die Vorbereitung wacklig mit einer Roten Karte im Test auf Mallorca (0:2) als Tiefpunkt, der Pokalauftritt in Pirmasens (2:1 nach Verlängerung) ebenso indiskutabel wie der Vortrag im Stadt-Derby gegen St. Pauli (0:2). Dazwischen absolvierte Torunarigha eine vergleichsweise stabile Partie in Mönchengladbach, die den Maßstab bedeuten soll.

Die Länderspielpause, sagt Merlin Polzin, sei vor allem für den 28-Jährigen "zum richtigen Zeitpunkt gekommen". Weil er die Derby-Wunden heilen und körperliche Probleme ausheilen lassen konnte. Nach einer Trainingspause in der ersten Woche und dem Start auf dem Platz statt im Box-Ring am zurückliegenden Montag ist der gebürtige Chemnitzer uneingeschränkt im Mannschaftstraining und damit startklar für München.

„Wir versuchen uns von Strömungen, die von außen kommen, nicht beeinflussen zu lassen.“ (Merlin Polzin)

Die Skepsis, die Torunarigha nach dem schwierigen Start und vor der großen Aufgabe gegen die Top-Offensive der Bayern entgegenschlägt, ist auch Hamburgs Trainer nicht entgangen. "Wir versuchen uns von Strömungen, die von außen kommen, nicht beeinflussen zu lassen", sagt Polzin und versichert: "Jordan weiß selbst genau, was er gut gemacht hat und an welchen Dingen er noch arbeiten muss. Er ist sehr reflektiert und selbst sein härtester Kritiker. Es war gerade gegen St. Pauli noch nicht so, dass er zufrieden war."

Polzin will dem Linksfuß Vertrauen schenken, hat mit Aboubaka Soumahoro jedoch noch einen zweiten Linksfuß für die linke Position in der Dreierkette. Der 20-jährige Franzose war nach fast halbjähriger Sehnenverletzung mit viel Vorschusslorbeer in die Sommer-Vorbereitung gestartet, hatte dann in den Tests gegen Kopenhagen (0:1), Graz (1:2) und Lyon (0:4), allerdings noch als Mann in der Mitte, jeweils ein Gegentor verschuldet. "Abou", ist der Trainer überzeugt, "wird uns noch viel Freude in dieser Saison bereiten." Noch aber scheint der Zeitpunkt nicht gekommen.

Vuskovic drängt sich auf

Polzin deutet zudem an, dass ein linker Fuß für ihn keine Grundvoraussetzung für die Vergabe dieser bislang nicht optimal besetzten Planstelle ist. "Das", sagt er, "ist im modernen Fußball nicht zwingend. Sebastian Schonlau hat in den letzten Jahren eindrucksvoll gezeigt, dass man auch fußverkehrt spielen kann." Der Ende August zu den Vancouver Whitecaps abgewanderte Ex-Kapitän hat beinahe während seiner gesamten vier Jahre in Hamburg als Rechtsfuß den Part des linken Innenverteidigers in der Viererkette eingenommen.

Für den aktuellen HSV bedeutet das: Auch Daniel Elfadli, der seinen Platz als Abwehr-Chef wohl schon in München an Luka Vuskovic verliert, könnte links in der Dreierkette verteidigen. Vorerst aber plant Polzin weiter mit Torunarigha.