Mit einem Kraftakt schaffte der 1. FSV Mainz 05 den Sprung in die Ligaphase der Conference League. Im vierten Pflichtspiel binnen zehn Tagen gelang es der Mannschaft von Trainer Bo Henriksen, gegen Rosenborg Trondheim das 1:2 aus dem Hinspiel zuhause noch umzubiegen und einen 4:1-Erfolg zu feiern. Doch nun haben beide Partien noch ein finanzielles Nachspiel: Weil die Mainzer Anhänger jeweils Pyrotechnik gezündet hatten, verurteilte die UEFA die Rheinhessen zu einer Geldstrafe in einer Gesamthöhe von 40.000 Euro - doch das ist noch nicht alles.
Europas Fußballverband verhängte zusätzlich Bewährungsstrafen, die den Klub weitaus empfindlicher treffen würden. Demnach droht beim nächsten Heimspiel im Europapokal eine teilweise Schließung des Mainzer Stadions, sollte es zu erneuten Zwischenfällen wie dem Einsatz von Pyrotechnik kommen. Konkret würden die oberen Teile der Westtribüne, die Sektoren P, Q, R und S, gesperrt. Und sollte auswärts noch einmal etwas passieren, dürfte der FSV bei einem Gastspiel keine Eintrittskarten an seine Fans verkaufen.
Darüber hinaus muss der Klub für den Schaden aufkommen, der im Hinspiel durch den Vandalismus in den sanitären Einrichtungen des Lerkendal-Stadions entstanden war.
"Die UEFA hat die Vorkommnisse bei beiden Spielen sehr deutlich sanktioniert", erklärt FSV-Vorstandschef Stefan Hofmann. "Die Strafe beinhaltet zudem eine unmissverständliche Botschaft: Künftiges Fehlverhalten, schon in kleinem Umfang, wird nicht toleriert. Uns drohen durch Fanausschluss und Blocksperrungen massive Strafen, deren sportliche und wirtschaftliche Konsequenzen wir noch gar nicht abschätzen können. Zudem träfen diese Sanktionen auch viele Fans, die keine Verantwortung für das Fehlverhalten tragen. Dies würde die Solidarität und Gemeinschaft konterkarieren, die uns in den vergangenen Monaten so stark gemacht hat. Ich appelliere dringend an unsere Fans, ihr Verhalten zum Wohle des Vereins, seiner Mitglieder und Fans anzupassen. Wir werden dies auch in persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Fangruppen mit Nachdruck untermauern."
Hofmann hatte schon direkt nach dem Hinspiel die "Verwüstungen des Toilettenbereichs als Ausdruck sinnloser Gewalt" und den "ungezügelten Einsatz von Pyrotechnik, der zur Verletzung eines Fans geführt hat", kritisiert.
Dreimal treten die Mainzer in der Ligaphase der Conference League in der heimischen Arena an: Am 2. Spieltag kommt Zrinjski Mosta aus Bosnien-Herzegowina (23. Oktober), am 3. Serie-A-Klub AC Florenz (6. November) und zum Abschluss kurz vor Weihnachten SüperLig-Vertreter Samsunspor um Trainer Thomas Reis (18. Dezember). Belegt Henriksens Team nicht einen der letzten zwölf Plätze in der 36er-Liga, geht es im Februar 2026 mit den K.-o.-Runden-Play-offs oder im März direkt mit dem Achtelfinale weiter.