Arg viel mehr lässt sich in eine Woche kaum packen. Am Samstag traf sich Kasper Hjulmand in Düsseldorf zum zweiten und entscheidenden Mal mit Geschäftsführer Simon Rolfes. Am Sonntag flog der Däne zurück nach Kopenhagen. Am Montag verkündete Bayer 04 den 53-Jährigen, der in seiner Heimat noch Dinge zu regeln hatte, offiziell als neuen Trainer, der am Mittwoch um 14 Uhr seine erste Einheit in Leverkusen leiten wird. 15 Minuten lang vor den Augen der Medienvertreter, danach im Sichtschutz des Ulrich-Haberland-Stadions.
Hjulmands Mission startet ohne Warmlaufphase
Zuvor wird der frühere dänische Nationaltrainer um 10 Uhr seine erste Pressekonferenz als Bayer-Coach gegeben haben. Am Donnerstag folgt das Abschlusstraining. Eine Pre-Match-Pressekonferenz, die am selben Tag steigen würde, wurde bislang nicht angesetzt. Am Freitag folgt um 20.30 Uhr der Anstoß in der BayArena gegen Eintracht Frankfurt.
Hjulmands Mission in Leverkusen startet ohne Warmlaufphase, dafür aber unter Hochdruck. Muss gegen den direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze doch ein Sieg her, um nach nur einem Punkt aus den zwei Partien gegen Hoffenheim (1:2) und in Bremen (3:3), wo Bayer eine 3:1-Führung in Überzahl verspielte, nicht schon frühzeitig den Kontakt zur Spitze zu verlieren.
Der Schwerpunkt wird auf Videositzungen und Gesprächen liegen müssen
Allzu viele Einflussmöglichkeiten bleiben dem Neuen bis zu seiner Premiere unter dem Bayer-Kreuz allerdings nicht. Aufgrund von Länderspielabstellungen werden die Argentinier Exequiel Palacios und Claudio Echeverri erst am Donnerstag zum Team stoßen und nach ihrer Rückreise aus Ecuador, wo die Alibceleste in der Nacht auf Mittwoch um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit antritt, mehr regenerieren als trainieren.
Für Edmond Tapsoba, am Dienstagabend ab 18 Uhr für und in Burkina Faso im Einsatz, gilt das Gleiche für die Mittwochseinheit. Ebenso für Ernest Poku, der am Dienstagabend um 17 Uhr mit der niederländischen U21 gegen Israel testet. Der nachnominierte Jarell Quansah steht zwar im Aufgebot Englands für die Partie in Serbien (Anstoß: Dienstag, 20.45 Uhr), dürfte aber, wenn überhaupt, nicht lange zum Einsatz kommen und dementsprechend frisch nach Leverkusen zurückkehren.
Doch Hjulmand wird ohnehin auch viel Arbeit abseits des Platzes verrichten müssen, Gespräche führen, ein Gefühl für die Gruppe gewinnen, Teambuilding betreiben, den Spielern seine Philosophie wie auch taktische Inhalte darlegen. Letztere vielleicht sogar länger anhand von Videosequenzen in dem einem Kinosaal gleichenden Besprechungsraum im Bauch der BayArena als auf dem Trainingsplatz.
Hjulmand bieten sich minimale Möglichkeiten - die ausreichen müssen
Minimale Möglichkeiten, um an entscheidenden Stellschrauben zu drehen, die aber - mangels Alternative - ausreichen müssen, um dem Leverkusener Spiel wieder schärfere Konturen zu verleihen. Diese sind aus der Sicht von Simon Rolfes verloren gegangen. "Kasper wird nun", hatte der Geschäftsführer am Montag erklärt, "mit unserer Mannschaft zunächst wieder einen klaren und dominanten Spielstil erarbeiten." Erst einmal bleiben dem Trainer dafür zwei Tage. Hjulmands Job ist kein leichter.