Eine Saison-Vorbereitung liefert durchaus gewisse Erkenntnisse, zumindest in Richtung Saison-Auftakt. Sie lässt aber auch Trugschlüsse zu, weil Testspiele und Trainingseinheiten nun mal nur bedingte Einblicke ins Innenleben einer Bundesliga-Mannschaft zulassen.
Steve Mounié durfte beim FC Augsburg zum Beispiel durchaus als Gewinner der Vorbereitung angesehen werden. Der 30-jährige Angreifer hatte nach einer verkorksten Vorsaison den Neustart anvisiert und in den ersten Partien unter Trainer Sandro Wagner mit Toren überzeugt. Selbst beim Pflichtspielauftakt im Pokal bei Regionalligist Halle erzielte der Nationalspieler des Benin das wichtige 1:0.
Zu einer aussichtsreichen Position unter Wagner führte das trotzdem nicht. Der erklärte seinem bulligen Angreifer stattdessen, "dass es schwer wird, was Spielzeit angeht, so, wie ich in der Bundesliga Fußball spielen möchte". Weshalb der FCA Mounié nun für 100.000 Euro ohne Kaufoption an den türkischen Erstligisten Alanyaspor verlieh.
Taktieren, das gibt Wagner selbst zu, "kann ich nicht gut, was mir natürlich ab und zu auch zum Verhängnis wird. Aber das ist nach innen, glaube ich, eine Stärke. Dass ich die Sachen wirklich nur so einschätzen und so erklären kann, wie sie sind."
"Klare und gute Kommunikation"
Deshalb zeigte Wagner Mounié seinen Stand der Dinge klar auf. "Er hat sich in dem ersten Gespräch bedankt für die Offenheit, das hat er so noch nicht erlebt. Das war von Anfang bis Ende eine ganz klare und gute Kommunikation. Es ist sehr froh, dass wir ihm am Anfang dokumentiert haben, dass es schwer wird. Nicht erst im Oktober oder November."
Mounié ist Kapitän des Benin, will mit seiner Nation beim Afrika-Cup im Dezember angreifen und dort nicht als Bankdrücker antreten. "Er hat große Ziele mit der Nationalmannschaft, er braucht Spielzeit. Von daher ist das eine sehr gute Situation gewesen für alle", sagt Wagner. "Jetzt hoffen wir, dass er viele Tore schießt, gesund bleibt. Und dafür drücken wir ihm die Daumen."