Für Agit Kabayel ist der Samstag ein ganz besonderes Datum in seiner Karriere. Nach fast drei Jahren feiert der Bochumer sein großes "Homecoming" und boxt endlich wieder vor deutschem Publikum. In der Rudolf Weber-Arena in Oberhausen werden rund 13.000 Fans erwartet, um den Local Hero anzufeuern.
Inzwischen ist Kabayel nicht mehr weit davon entfernt, der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling zu werden. Doch um tatsächlich bald eine WM-Chance zu erhalten, muss er zunächst in Oberhausen den Polen Damian Knyba schlagen. Kabayel steigt gegen den "Polish Hussar" als klarer Favorit in den Ring.
DAZN überträgt das komplette Event live, als Pay-per-View kann Kabayel vs. Knyba zum Spitzenpreis von nur 9,99 Euro hinzugebucht werden. Wir liefern fünf Gründe, warum sich diese Investition lohnt und der Kampf zwischen Kabayel und Knyba ein absolutes Muss ist, das man auf keinen Fall verpassen darf!
Ja, Damian Knyba mag bisher nicht der große Name im Boxsport sein und mancher denkt womöglich, dass Kabayel derart klar favorisiert ist, dass es ein einseitiges Duell wird. Doch Knyba ist alles andere als ein Kirmesboxer oder ein besserer Sparringspartner. Denn wie auch Kabayel ist der Pole noch gänzlich ungeschlagen.
Und wie schnell ein vermeintlich ungleiches Duell einen überraschenden Sieger haben kann, bewies Kabayel selbst bereits. Als er vor etwas mehr als zwei Jahren gegen Arslanbek Makhmudov kämpfte, war seine Rolle mit jener von Knyba jetzt vergleichbar. Niemand traute Kabayel damals etwas zu - und am Ende sorgte er für die Sensation.
Zumal Knyba physische Vorteile mitbringt, die jeden Gegner vor Probleme stellen können. Der Pole ist ein echter Riese, seine 2,01 Meter Körpergröße und vor allem seine 2,18 Meter Reichweite gibt es so im Schwergewichtsboxen nicht allzu oft.
Einst war Deutschland das Mekka des Boxens, unzählige Großevents fanden hierzulande statt und zahlreiche Weltmeister brachte das Land hervor. Henry Maske, Axel Schulz, später Sven Ottke, Arthur Abraham, Marco Huck und viele andere prägten das Boxen, vor allem die Klitschko-Brüder waren Zugpferde.
Doch seither wurde es ruhig um das deutsche Boxen. Die großen TV-Sender zogen sich zurück, der Sport landete in der Nische. Mit dem "Homecoming" von Kabayel aber erlebt das Boxen in Good old Germany ein Erweckungserlebnis. Die Halle in Oberhausen ist ausverkauft, es ist das größte Event seit vielen Jahren. Diesen historischen Moment sollte niemand verpassen.
DAZN/Felix Leichum
Weder Kabayel noch Knyba sind mit Mike Tyson oder anderen Legenden vergleichbar, die regelmäßig Spektakel produzierten. Aber gerade der Deutsche ist im Schwergewicht ein moderner Boxer, der nichts davon hält, regelmäßig zu klammern, was für die Zuschauer anstrengend werden kann.
Stattdessen ist sein Boxen technisch sauber, er kämpft diszipliniert und verfügt über eine exzellente Beinarbeit. Seinen Spitznamen "Leberking" hat er nicht von ungefähr, er ist wohl der beste Schwergewichtler aktuell, wenn es um Schläge gegen den Körper geht und darum, den Gegner zu zermürben.
Gerade Kenner des Boxens dürften an diesem Kampf ihre Freude haben. Auf der einen Seite Kabayel mit seiner Ringintelligenz, seiner klaren Strategie und seiner Technik. Auf der anderen Seite Knyba, der über seine Größe kommt und Kabayel vor eine Denkaufgabe stellen dürfte. Dieses Duell verspricht schlicht ganz hohe boxerische Qualität.
Agit Kabayel ist inzwischen in der Weltspitze des Schwergewichts angekommen, aus dem lange belächelten Kämpfer ist ein Star geworden. Doch ob es ganz nach oben reicht, ob tatsächlich der Sprung auf den WM-Thron gelingt, das wird sich in den nächsten Monaten entscheiden - und der Kampf gegen Knyba nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.
Längst steht der Deutsche auf dem Zettel der wichtigsten Experten und gilt als legitimer Kandidat für einen WM-Kampf. Seine Leistung gegen Knyba dürfte mitentscheidend dafür sein, wie zeitnah diese Chance seines Lebens tatsächlich zur Realität werden kann. Weltmeister Agit Kabayel? An diesem Samstag in Oberhausen kann der Grundstein gelegt werden.
Fast 100 Jahre ist es inzwischen her, als sich Max Schmeling zum Schwergewichts-Weltmeister kürte. Das deutsche Boxen wartet sehnsüchtig auf einen Nachfolger. Kabayel ist ganz nah dran, doch erst, wenn er tatsächlich einen WM-Kampf fixiert hat, dürfte der Hype um seine Person auch im Mainstream so richtig ankommen.
Doch wie heißt es so schön: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Schon jetzt haben Fans die Möglichkeit, Kabayel auf dem Weg zum Titel zu begleiten und seine Entwicklung ausgiebig zu verfolgen. Um später sagen zu können: Ich habe es schon vor allen anderen gewusst. Wer am Samstag dabei ist, hat dazu jede Berechtigung.